Tierspuren

Was ist hier passiert? Wie viele Tiere waren hier? Was haben sie gemacht? Welche Tiere waren es? Waren sie alle gleichzeitig hier? Diese Aufgabe fördert sowohl die Kreativität als auch die Fähigkeit, Beobachtetes zu interpretieren. Ziel ist es, an das Umweltwissen der SchülerInnen anzuknüpfen und sinnvollerweise zur Nahrungskette überzuleiten. Die Aufgabe hat nicht nur eine richtige Lösung, sondern ganz unterschiedliche. Die Ideen und Vermutungen der SchülerInnen stellen einen guten Ausgangspunkt für das Argumentieren und Diskutieren dar.


Zeitbedarf: eine Unterrichtsstunde


Didaktisch-methodische Ideen
Ziel dieser Aufgabe ist es, die Beobachtungs-, Interpretations- und Argumentationsfähigkeit der SchülerInnen zu stärken. Die SchülerInnen werden aufgefordert, Vermutungen zu formulieren, was es mit den Spuren auf sich hat. Die Aufgabe unterstützt das forschende Lernen, weil sie Aspekte wie das Erklären, Bewerten und Kommunizieren von Ergebnissen aufgreift. Gleichzeitig wird die Grundlage für das Verständnis von Zusammenhängen in der Umwelt und Wissen über verschiedene Tierarten, Spuren, Nahrungsketten und den natürlichen Wettkampf geschaffen. Häufig finden auch ältere Kinder diese Themen interessant.


Je nach Alter und Reife der SchülerInnen werden sie vermutlich unterschiedliche Erklärungen vorschlagen. Die SchülerInnen sollten ausreichend Zeit zur Verfügung haben, sich mit der Aufgabe auseinanderzusetzen und Argumente für ihre Vermutungen vorzubringen.


Als Lehrkräfte spielen wir bei dieser Aufgabe eine besonders wichtige unterstützende Rolle, denn wir müssen die SchülerInnen dazu animieren, selbständig Überlegungen anzustellen, selbständig Fragen zu formulieren und eigene Antworten auf diese Fragen zu finden. Wir sollten die SchülerInnen ermutigen, laut zu denken und zu argumentieren. Außerdem sollten wir genau nachfragen und Beispiele bereithalten, falls sie nicht mehr weiter wissen. Wir unterstützen die SchülerInnen dabei, auf einer höheren Ebene zu denken als bisher.

 



Erfahrungen aus dem Unterricht
Diese Aufgabe wurde von Referendaren mit einer Gruppe von Zwölfjährigen durchgeführt. Die SchülerInnen stellten viele gute Vermutungen auf, was möglicherweise passiert war. Die Tatsache, dass es nicht nur eine richtige Antwort gab, war allerdings gar nicht so einfach zu vermitteln. Nach der Unterrichtsstunde sollten die Referendare von ihren Erfahrungen mit dieser Art von Aufgabe und dem forschenden Ansatz berichten. Hier einige Antworten:
„Ich denke, diese Aufgaben kommen bei den SchülerInnen gut an. Außerdem müssen sie ihr Wissen hier auf eine neue, ungewohnte Weise einsetzen. Ich habe den Eindruck, dass die SchülerInnen diese Vorgehensweise als sehr motivierend empfunden haben.“
„Es ist wichtig, gut auf die zahlreichen neugierigen Fragen vorbereitet zu sein. Ich habe gemerkt, dass man die SchülerInnen mit dieser Art von Unterricht wirklich faszinieren kann. Die Kinder finden die Aufgabe unterhaltsam, eignen sich neues Wissen an und ganz nebenbei wird auch noch ihr Interesse an den Naturwissenschaften gefördert.“
„Ich habe gesehen, dass forschendes Lernen bei den SchülerInnen sehr gut ankommt und es in der Umsetzung gar nicht so schwierig ist. Es entsteht ein konstruktiver Dialog mit den SchülerInnen und es macht Spaß, ihre Ideen und Erklärungen zu hören.“
„Ich habe gelernt, dass man die Kinder aktiv am Unterricht teilnehmen lassen und ihnen die Möglichkeit geben sollte, die Dinge in eigenen Worten zu erklären. Wenn wir es schaffen, bei den SchülerInnen Neugier und Staunen hervorzurufen, können wir aus dem Unterricht viel mehr machen.“


Autoren: Eli Munkebye und Ragnhild Lyngved, Sør-Trøndelag University College (HiST), Trondheim, Norwegen
Fotos: Anja Strasek (Desierto de Tabernas bei Almería, Andalusien, Spanien)