Tiere auf dem Bauernhof

Vieles, was wir essen und trinken, ist tierischen Ursprungs: Würstchen, Schinken, Eier, Butter, Milch usw. Welche Lebensmittel stammen von welchen Tieren? Welche Rolle spielen diese Produkte in unserer Ernährung? Bei dieser Aufgabe bekommen die SchülerInnen die Möglichkeit, erste Erfahrungen mit dem Sammeln von Daten, systematischer Beobachtung und der Vorstellung ihrer Beobachtungsergebnisse zu gewinnen. Sie lernen in Gruppen zusammenarbeiten, die Meinung anderer zu respektieren und gemeinsam zu einer Schlussfolgerung zu gelangen.


Zeitbedarf: zwei Unterrichtsstunden (mit einer Woche Pause zwischen den Stunden)


Die Möglichkeiten, Tiere vom Bauernhof aus nächster Nähe zu erleben, sind für die meisten SchülerInnen, die in großen Städten leben, begrenzt. Manchmal kennen „Stadtkinder“ die Tiere nur aus Büchern, von Fotos oder aus dem Fernsehen. Hin und wieder haben sie vielleicht Gelegenheit, lebende Tiere in einem Zoo oder auf einem Bauernhof zu sehen. Dabei sind die Erzeugnisse dieser Tiere fester Bestandteil unseres Alltags.

Bei dieser Aufgabe erfahren die Schüler, wo die Bestandteile unseres Essens herkommen, wie man Daten darstellen kann und wie man Tabellen und Balkendiagramme liest (üblicherweise die allererste Form der Datendarstellung, mit der SchülerInnen dieser Altersgruppe in Kontakt kommen).

 


Stundenverlaufsplan
In der ersten Stunde geht es um die Klassifizierung verschiedener Lebensmittel nach dem Tier, von dem sie stammen. Die Lehrkräfte bringen Lebensmittel (die Unterrichtsstunde kann mit einem gemeinsamen Frühstück in der Klasse verbunden werden) und/oder Fotos von Eiern, Milch, anderen Milchprodukten (Käse, Joghurt und Butter) und Fleisch (Schinken, Salami usw.) mit und bitten die SchülerInnen, zu jedem Tier und den entsprechenden Produkten ein Plakat zu gestalten. Als Informationsquellen sind sowohl Gespräche untereinander als auch Bücher und das Internet möglich. Am Ende der Stunde stellen die SchülerInnen ihr Plakat vor. Die Gestaltung der Plakate führt normalerweise zu einer systematischeren Betrachtung des Inhalts. Als Hausaufgabe sollen die SchülerInnen genau darauf achten und festhalten, welche Lebensmittel tierischen Ursprungs sie in der nächsten Woche essen oder trinken. Dabei entscheiden die SchülerInnen selbst, wie sie diese Informationen festhalten. Einige erstellen vielleicht eine Liste mit Produkten in chronologischer Reihenfolge und präsentieren eine „Tabelle mit Rohdaten“. Andere zeichnen vielleicht eine Tabelle mit einer Zeile pro Tier und machen jedes Mal ein Kreuzchen, wenn sie ein Produkt des entsprechenden Tieres zu sich nehmen. Wieder andere verwenden Farben oder Symbole.

 

 

Zu Beginn der zweiten Stunde (eine Woche später) stellen die SchülerInnen ihre Daten vor und die verschiedenen Erfassungsmethoden werden betrachtet. Im nächsten Schritt sollen die Daten sämtlicher SchülerInnen zusammengeführt und gemeinsam dargestellt werden. An dieser Stelle kann man das Balkendiagramm vorstellen und für jedes Tier eine bestimmte Farbe festlegen (z. B. Huhn – grün, Kuh/Rind – blau, Schwein – orange). Dann werden die SchülerInnen gebeten, die entsprechende Anzahl von Zellen (eine Zelle pro konsumiertem Produkt) auf einem Vordruck in der entsprechenden Farbe auszumalen. Danach schneiden sie die Zellen aus und stecken oder kleben sie auf das Balkendiagramm, das am Ende den Gesamtkonsum der Klasse darstellt. Für diese Methode der Datenaufbereitung ist es nicht erforderlich, dass die SchülerInnen den Zehnerübergang beherrschen, denn in der Regel konsumieren sie das gleiche Produkt innerhalb einer Woche nicht öfter als sieben Mal.

 

 

Nach Vervollständigung des Balkendiagramms können die SchülerInnen es genau betrachten und ablesen, welches Produkt am seltensten (oder häufigsten) konsumiert wurde, welches Tier die größte Rolle bei der Ernährung spielte usw. Außerdem können weitere Balkendiagramme (z. B. nur für Fleisch oder für alle Produkte zusammen) erstellt werden.


Erfahrungen aus dem Unterricht
Diese Aufgabe wurde mit Erstklässlern einer Grundschule durchgeführt. Es war das erste Mal, dass die SchülerInnen ein Plakat gestalten, gemeinsam an einem Projekt arbeiten und in der Gruppe arbeiten sollten. Die SchülerInnen zeigten großes Interesse an der Aufgabenstellung. Das erste Balkendiagramm zu lesen fiel ihnen ziemlich leicht und die SchülerInnen verstanden das Prinzip sehr schnell.
Die Lehrkraft fand es interessant, die SchülerInnen bei ihrer ersten Projektarbeit in Gruppen zu beobachten. Jedem Kind wurde innerhalb seiner Gruppe eine bestimmte Funktion zugewiesen. Allerdings waren nicht alle Kinder in der Lage, ihre Funktion durchgehend zu erfüllen, was mit ihrem Alter und ihrer mangelnden Erfahrung mit Gruppenarbeit zu erklären ist. Manche SchülerInnen hatten am Anfang Schwierigkeiten mit dem Verständnis und der systematischen Herangehensweise an die Aufgabe. Am Ende aber gelangten alle Gruppen zu einem gemeinsamen Ergebnis. Für die SchülerInnen war die Aufgabe ein gelungener Einstieg und eine erste Erfahrung mit der Erfassung und Darstellung von Daten mithilfe von Tabellen und Balkendiagrammen.



Autoren: Dana Strejčková, Janka Melušová, Philosoph-Konstantin-Universität, Nitra, Slowakei
Fotos: Dana Strejčková (Klasse), Ernst Vikne (Foto der Kuh)